Falls du die Leute besuchst, die vor kurzem den kleinen Bauernhof Brattkleiva übernommen haben, kannst du dich freuen, wenn du leise Stimmen aus dem Vorratsspeicher hörst. Dann bist du nämlich einer der Glücklichen, die von Familie Krekling Wind bekommen haben. Die Kreklings sind die Hofkobolde von Brattkleiva.
Die allermeisten kleinen Bauernhöfe haben eine Familie von Hofkobolden bei sich wohnen. Es ist beinahe undenkbar, Landwirtschaft auf einem Hof ohne Kobolde zu betreiben. Wer sollte denn dann den Kühen das Gute-Nacht-Lied singen, damit ihre Milch besonders süß wird? Und wer sollte Koboldpulver im Gemüsegarten verstreuen, so dass die Radieschen besonders knackig werden? Und wer sollte die Katze ärgern? Und wer sollte den großen Baum in der Mitte des Hofes trösten, wenn er im Herbst seine Blätter verliert? Das machen die Kobolde des Hofes. Und nach Brattkleiva sind gerade neue Bauersleute gezogen, für die Familie Krekling von nun an die Verantwortung übernimmt.
Hofkobolde (gnomus domesticus) gehören zur Familie der Polkobolde (gnomus polaris). Sie sind in weiten Teilen Skandinaviens verbreitet. Sie leben in Großfamilien, die bis zu vier Generationen umfassen und halten sich vorzugsweise in windgeschützten Vorratsspeichern auf. Ihre Körpergröße liegt zwischen 15 und 20 cm und sie können bis zu 180 Jahre alt werden. (Der älteste, uns bekannte Kobold war Großvater Jensenius Tyrifot, der 228 Jahre alt wurde). Hofkobolde sind scheue Wesen, die für ihre Hilfsbereitschaft bekannt sind. Falls sie sich selbst allerdings ungerecht behandelt fühlen, kann ihr ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit auch Tollkühnheit mit sich führen. Ihr Leibgericht ist Weihnachtsgrütze mit Sirup, Zimt und Butter. Außerdem knackig frische Radieschen.




