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Auszug aus dem Buch: "Die Trolle"

-von Siegfried Günther, besuchen Sie seine Seite www.dietrolle.de

DER ERSTE TROLL (Seite 15)

Vor Tausenden von Jahren war dort, wo heute die Wälder stehen, in denen die Trolle leben, nichts als eine Eiswüste. Die Dicke des Eises konnte man schon in Kilometern messen. Das heißt, wenn dort jemand gelebt hätte, der unbedingt messen wollte. Die einzigen Wesen, die als weiße Schatten, ohne einen Körper wie wir Menschen ihn haben, existieren konnten, waren die Eisgno-me. Keiner weiß bis heute, woher sie kamen und wohin sie sich, nachdem das Eis geschmolzen war, zurückgezogen haben. Manche Menschen behaupten, sie lebten heute noch in Gletscherspalten und zögen einsame Wanderer und Bergsteiger zu sich hinab. Andere berichten, die Eis-gnome hätten sich in den Himalaja zurückgezogen, um dort ihr Unwesen in gleicher Art zu treiben. Schließlich sollen sie gar, in den nun behaarten Körpern ihrer Opfer, als Yeti umherwandern, um Menschen in ihren Bann zu ziehen und in Gletscherspalten zu locken. Aber diese Geschichte der Eisgnome mag ein anderes Mal erzählt werden.
Nachdem das Eis nun endlich geschmolzen war, wehte über Jahrtausende ein eisiger Wind über eine karge Landschaft aus Fels und Stein, ohne Baum, ohne Strauch. Nicht die winzigste Pflanze war zu sehen. Doch irgendwann waren die ersten Steine durch die harten Winde und den eiskalten Regen, und erst recht durch den klirrenden Frost in den Wintern, geborsten. Hier und da hatten sich sogar schon einzelne Sandkörner gebildet, die einstmals mächtige Felsen oder große Steine gewesen waren, zer-...im Buch weiterlesen

Illustration aus Buch die TrolleDER OBERTROLL UND WIE DIE ERSTEN TROLLE NAMEN BEKAMEN (Seite 49)

Das erste Mal, geleitet von einer für die Trolle unergründlichen Kraft, hatten sie sich auf dem Plateau versammelt. Sie palaverten über alles Mögliche und Unmögliche. Aber vor allem hoben sie sich selbst immer wieder hervor, welch tolle Trolle sie seien. Einige Trolle waren schon seit ein paar Tagen dort, andere sind erst am gleichen Tag wie Allbeert angekommen. Eines aber war für alle das Wichtigste: Wie lang ist der Schwanz des anderen?
Es gab nur eine Möglichkeit, das heraus zu finden: Der Schwanzlängenvergleich. Das war unbedingt notwendig, denn aus dieser Länge lässt sich das Alter eines Trolls ablesen. Je langer, je älter. Im Alter von 50 Jahren, wenn der Troll erwachsen ist, erreicht sein freihängender Schwanz den Boden. Das war allen klar, denn es entsprach in etwa dem Alter der meisten hier versammelten Trolle. Wenn der Troll jedoch 1000 Jahre alt ist, wird sein Schwanz so lang sein wie der Troll groß ist. Aber Letzteres wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner, denn es hatte niemand dieses Alter erreicht.
Bald war der überwiegende Teil der Trolle mit den Messungen und somit den Altersbestimmungen fertig. Zwar gab es hier und da noch einige Unstimmigkeiten, teilweise von herrlichen Balgereien begleitet. War das Chaos am größten, so war auch der Spaß am größten. Ernsthafte Auseinandersetzungen gab es jedoch nie...im Buch weiterlesen

DIE GEMEINSCHAFT DER TROLLE (Seite 59)

Nach dem ersten großen Treffen der Trolle wurde ihnen klar: Das, was bisher einzelne Trolle waren, überzeugt nur von sich selbst, war eine ganze Population. Ein Haufen Schabernack treibender Individualisten, die durch die Wälder des Nordens trollten. Einige hatten sich in der Zeit, bevor sie sich zum ersten Treffen auf dem Plateau versammelt hatten, schon spezielle Kenntnisse aneignen können. Bei der Namensvergabe flössen diese dann häufig in ihre Namen mit ein. Keiner hatte dabei darüber nachgedacht, dass sich daraus auch Vorteile für alle anderen Trolle ergeben würden. Troll hatte einen Namen und konnte jetzt persönlich angesprochen werden und für alle Mittrolle, die bisher zu dem einen oder anderen Troll noch keinen Kontakt hatten, ergaben sich bei der gegenseitigen Vorstellung, allein durch die Namensnennung, Informationen über sein Gegenüber. Wurde nicht gerade ein Aussehensmerkmal oder seine Herkunft im Namen hervorgehoben, so wusste troll sofort über dessen besondere Fähigkeiten Bescheid. Schon kurz nach der Rückkehr vom ersten Mittsommertreffen erinnerte sich, wenn ein schier unlösbares Problem auftrat, so mancher Troll daran. Nach kurzem Grübeln fiel ihm dann auch wieder ein, da war doch einer, der hieß ... Da der Troll jetzt auch wusste, dass er einen Nachbarn hatte und wo dieser lebte, machte er sich also auf den Weg dorthin, um sein Problem zu erörtern und nach dem Fachtroll mit dem entsprechenden Namen zu fragen. Meist dachte troll sich bei dieser Gelegenheit auch...im Buch weiterlesen

 

 
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