Die Karte von Trollhufsa
In Trollhufsa wohnen die Longtailtrolle - auf der Nordseite von den Elfen und im Westen von Menschen umgeben.
Wie die Longtail Trolle Ihren Schwanz bekamen
Bist du jemals tief, in die norwegischen Wälder hineingewandert? Dorthin, wo das Moos feucht und smaragdgrün ist, die Bäume so hoch sind, dass du kaum die Baumkronen sehen kannst und die Waldseen wie blanke, geheimnisvolle Spiegel in der Landschaft liegen? Da kannst du sicher sein, dass du beobachtet wirst, dass neugierige Augen jeden deiner Schritte verfolgen. Das sind gewiss nur die Tiere, denkst du, wenn du des wunderlichen Gefühls gewahr wirst, dass dich jemand beobachtet. Ja gewiss, Tiere sind da. Doch sind es nicht die Tiere, die wispern und um dich herum huschen, hinter Baumstümpfen, Torfhügelchen verborgen. Du bist nun im Reich der Trolle.
Schon seit Anbeginn aller Zeiten leben die Trolle in den norwegischen Wäldern und Bergen. Es gibt eine Menge verschiedener Trolle. Grosse, kleine, hässliche, süsse, ein wenig boshafte und liebe. Aber im Grossen und Ganzen sind die Trolle liebe Geschöpfe, die gar nicht so viel Gewese machen. Diese Geschichte handelt von solchen, lieben, kleinen Trollen, die Longtail Trolle heißen. Die Longtail Trolle werden gar nicht gern daran erinnert, aber vor langer Zeit einmal hatten sie überhaupt gar keine langen Schwänze. Sie hatten faktisch nur einen kümmerlichen, kleinen Stummel, was den kleinen Trollen direkt peinlich war. Denn jeder Troll mit ein wenig Selbstrespekt hat einen anständigen Schwanz, den man deutlich sehen kann. Wie kam es dann, dass die Longtail Trolle ihren schönen, eleganten Schwanz bekamen?
Ja, es verhielt sich so, dass einmal ein kleiner Troll von der Arbeit im Berg, aus dem die Trolle ihre Schätze hervorgraben, auf dem Weg nach Hause war. Doch als er schon fast zu Hause war, traf er im Wald einen Mann. Der kleine Troll bekam es mit der Angst und versteckte sich in einem hohlen Baumstumpf. Leider - oder sollten wir lieber sagen glücklicherweise? - gab es mehrere Astlöcher im Baumstumpf, so das der kleine, schwächliche Schwanzstummel des Trolls hervorguckte. Der Mann, der an diesem Abend weit gelaufen war, befand, dass er sich ausruhen müsse und setzte sich nieder und lehnte seinen Rücken gegen den Baumstumpf, in dem sich der Troll versteckt hielt. Und damit setzte er sich auf den Stummelschwanz des Trolls. Der Troll wurde völlig verzweifelt, den auf diese Weise blieb er ja festgeklemmt. Glücklicherweise schlief der Mann ein, denn er war furchtbar erschöpft. Da packte der Troll die Gelegenheit beim Schopfe. Er zog so kräftig er konnte, um seinen Schwanz freizubekommen und sich von dem schlafenden Mann wegschleichen zu können. Der Troll packte die Kante des Baumstumpfes und zog mit all seinen Trollkräften, doch der Schwanz war so unter dem Mann eingeklemmt, dass er zum Schluss mächtig daran rucken musste. Mit einem kleinen plumpsenden Laut kam der Schwanz los und der Troll schnellte über die Kante des Baumstumpfes hinweg und purzelte zu Boden. Da entdeckte es der Troll. Er hatte so heftig an seinem Schwanz gezogen, dass dieser sich in die Länge gezogen hatte! Der Troll wurde so glücklich, dass er auf der Stelle stehen blieb und aus lauter Freude auf und ab hüpfte. So zog er ein paar Goldklumpen hervor und legte sie als Dank neben den schlafenden Mann und lief danach nach Hause, um den Trollen seinen schönen Schwanz zu zeigen. So kam es, dass die Longtail Trolle ihren langen Schwanz bekamen.
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